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Was gegenwartsnah in der Welt passiert und für Geeks und Nerds interessant und relevant ist. Nachrichten, technische Neuerungen, neue Erfindungen und ggf. auch mal was Politisches.

Update zur „Geek Nerd“ Abmahnung

15. Januar 2014 Philipp Aktuelles

Wie die meisten wahrscheinlich noch erinnern, wurden wir Ende November für die Benutzung des Begriffspaars „Geek Nerd“ abgemahnt. Nachdem wir nicht bereit waren, irgendetwas zu zahlen oder die Benutzung von „Geek Nerd“ einzustellen, hat der Abmahner es dann tatsächlich geschafft, bei Gericht eine einstweilige Verfügung zu erlassen, die uns die Benutzung verbietet. Seitdem sind u.a. 160 unserer Nerd-Shirts bei eBay offline, denn gerichtliche Anordnungen befolgt man besser… Natürlich haben wir inzwischen aber einige Schritte unternommen, um uns zu wehren! Neben der Einrichtung einer Mailingliste nur für Betroffene und der entsprechenden Vernetzung aller Abgemahnten (es sind zwischen mindestens über 30!) gehen wir natürlich juristisch gegen Trade Buzzer vor. Die ganze Sache ist allerdings durchaus kompliziert, daher hier mal der Versuch einer etwas längeren Erklärung:

So einfach ist es nicht...

So einfach ist es nicht…

In Kommentaren zu den oben verlinkten Blogartikeln kam oft der Hinweis auf, dass man doch einen Löschungsantrag oder einen Widerspruch gegen die Marke beim Markenamt stellen sollte, da ja die Widerspruchsfrist noch nicht abgelaufen sei. Das ist aber nicht wirklich erfolgsversprechend: Die Widerspruchsfrist gilt erstmal nur für Rechte aufgrund von eigenen älteren Marken, ist also für diesen Fall weniger relevant. Wenn man meint, dass eine Marke generell nicht hätte eingetragen werden sollen, kann man dagegen immer einen Löschungsantrag stellen, es gibt da keine Fristen. In diesem Fall ist die Marke „Geek Nerd“ aber wahrscheinlich durchaus eintragungsfähig. Das mag erstmal verrückt klingen, ist aber die Gesetzeslage. Vergleichbar ist zum Beispiel die Marke „Kinder“ für Schokolade, die ja schon seit vielen Jahren eingetragen ist. Es gibt andere Wege, um gegen das Verbot von normalen deutschen Worten vorzugehen, aber dazu gleich mehr. Ein anderer, wohl erfolgsversprechender Weg zur Markenlöschung wäre dagegen hier ein Löschungsantrag wegen Böswilligkeit. Man müsste dann beweisen, dass das Ziel des Abmahners Trade Buzzer vor allem war, andere Unternehmen zu behindern. Dabei sind vor Gericht allerdings knallharte Beweise gefragt. Es mag erstmal so klar wirken, was hier gespielt wird, aber ganz so einfach ist es vor Gericht oder beim Markenamt dann eben doch immer nicht. Wir halten den Nachweis nicht für unmöglich, aber auch dazu nachher mehr. Das Problem bei einem Löschungsantrag ist zusätzlich in jedem Fall, dass die Bearbeitung eines solchen wohl durchaus 6-12 Monate dauern kann und bis dahin dürften Trade Buzzer und deren Anwalt Lutz Schröder die meisten Ansprüche bereits durchgesetzt haben. Wir müssen also anders vorgehen. Weiterlesen

Kurzer Nachtrag zum Prozess gegen HGM

Great SuccessWir schulden Euch ja immer noch den Bericht über den Ausgang des Prozesses gegen HGM. Der letzte Stand war ja, dass wir in erster Instanz gewonnen hatten, aber HGM Berufung eingelegt hat. Wer den Anfang der ganzen Sache nachlesen will, kann dies hier tun. Das Ende ist schnell erzählt: HGM hatte zwar erst Berufung gegen das Urteil eingelegt, diese Berufung dann aber wieder zurückgezogen. Wir haben also endgültig gewonnen :) Ein kleiner Wehmutstropfen: Da wir ja bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben hatten, war der Streitwert deutlich reduziert (es ging nur noch um die Anwaltskosten von HGM). Dadurch waren die Gerichtskosten zwar geringer und im Falle eines verlorenen Prozesses hätten wir auch nicht so viel für den gegnerischen Anwalt bezahlen müssen, aber umgekehrt bedeutet es natürlich auch, dass HGM jetzt fast nichts für unseren Anwalt bezahlen muss. Unser Anwalt berechnet uns allerdings trotzdem seine normalen Gebühren, so dass wir trotz gewonnenem Prozess auf über 1000 EUR Kosten sitzen geblieben sind. Aber zumindest hat der Abmahner HGM keinen Cent von uns gesehen :)

Fall Trade Buzzer Abmahnung: Gerichtliches Verbot der Benutzung von „Geek Nerd“

Die Abmahnung

Die Abmahnung

Bereits die Abmahnung für die Benutzung der Begriffe „Geek Nerd“ war unglaublich, aber es geht noch schlimmer:

Noch einmal ganz kurz eine Zusammenfassung, was bisher passiert ist: Die Trade Buzzer UG hat uns eine Abmahnung wegen der Benutzung der Begriffe „Geek Nerd“ geschickt. Wir sollten die Benutzung einstellen und außerdem Anwaltskosten von über 1500 EUR zahlen. Ein paar Infos zu den Abmahnern: Der Geschäftsführer der Trade Buzzer UG ist Vorsitzender eines “Verbands zum Schutz geistigen Eigentums im Internet (VSGE)”, seine Firma mahnt auch noch wegen weiterer Marken ab und sein Anwalt ist offenbar auch recht umtriebig, was Abmahnungen angeht (mehr Infos in unserem ersten Blogbeitrag).

Gerichtsentscheid: Verbot der Nutzung von „Geek Nerd“! Weiterlesen

Abmahnung, mal wieder… Dieses mal wegen der Marke „Geek Nerd“

Die Abmahnung

Die Abmahnung

Meist macht es ziemlich viel Spaß, einer der  Chefs eines so coolen Onlineshops wie getDigital zu sein, aber es gibt Tage, da nerven einige Dinge doch sehr… Gestern war ein solcher Tag: Gegen Mittag kam unsere Assistentin Lena bei mir ins Büro und legte mir mit einem Seufzen einen Brief des Kieler Rechtsanwalts Lutz Schroeder auf den Tisch. Ihr ahnt es eventuell schon: Wir wurden mal wieder abgemahnt. Wie so oft mit horrenden Gebührenforderungen und aus Gründen, die reichlich fraglich erscheinen… Aber von vorne:

Die Firma Trade Buzzer UG hat sich die Marke „Geek Nerd“ eingetragen. Sie verkauft scheinbar seit kurzem einige wenige Shirts bei eBay (wehe, da kauft jetzt einer von Euch! ;) ). Nun hat sie uns eine Abmahnung geschickt und will uns untersagen, dass wir die Begriffe für unsere Shirts verwenden. Natürlich quasi ein Ding der Unmöglichkeit für einen Geek Shop! Wir sollen nun die Benutzung sofort einstellen und zusätzlich auch noch 1531,90 EUR Abmahngebühren bezahlen. Man fragt sich natürlich sofort, wie das möglich sein kann: Immerhin handelt es sich bei den Wörtern Geek und Nerd inzwischen um normale Wörter der deutschen Sprache. Das ist sogar richtig, die Marke ist wahrscheinlich so nicht durchsetzbar, aber das Problem ist, dass ein Richter das nicht unbedingt sofort erkennt, da eben gerade ältere Menschen die Begriffe evtl. doch nicht kennen. Falls jemanden die Details der Abmahnung interessieren: Wir haben hier einen Scan hochgeladen.

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Nachtrag zu: Mit Phönix bei der Gamescom – Die andere Seite.

26. August 2013 Gesine Aktuelles

Gestern hatte ich ja über meine Eindrücke zum Filmdreh mit dem TV Sender Phönix auf der Gamescom geschrieben.

Heute früh bekam ich einen Anruf des Chefs vom Dienst, der die Leitung vor Ort hatte. Er hat mir folgendes erzählt:

  • Zunächst einmal sei die die Sendung von 75 Minuten auf 60 Minuten gekürzt worden, so dass auf vieles verzichtet werden musste, was eigentlich noch geplant war (u.a. daher auch Szenen mit mir).
  • Er sagte weiterhin, dass man natürlich versucht habe, Termine zu machen, das Team aber auf viele Anfragen keine Antwort bekommen habe und man es dann vor Ort versuchen musste. Weiterhin seien auch etliche Termine geplatzt, so dass spontan umstrukturiert werden musste – daher die Verzögerungen bei meinem Drehtermin und das von mir als Chaos wahrgenommene Planungsproblem.
  • Es sei insgesamt schwierig, an so einem Ort einen Beitrag zu drehen, da die Bedingungen nur schwer im Voraus einzuschätzen seien. Man plane zwar, aber letztendlich käme alles doch häufig anders und dann müsse man spontan umstrukturieren, was nicht immer einfach sei.
  • Man brauche tatsächlich alle am Drehort eingesetzten Personen, auch wenn es für den Außenstehenden nicht so wirkt. Jeder habe seine Aufgabe – der Herr von der Maske zum Beispiel müsse die Art des Make-Ups den Lichtumständen entsprechend wählen, was Erfahrung erfordert, die beiden Assistentinnen müssen u.a. während des Drehs dafür sorgen, dass die Besucher nicht ständig vor die Kamera rennen, Film- und Tonaufnahmen müssen getrennnt von zwei Personen aufgenommen werden, da es da zu viel zu beachten gäbe, als dass sich einer allein auf beides konzentrieren könne.
  • Zum Teil mit World of Warcraft: Der umfangreiche Schnitt sei der verringerten Sendezeit geschuldet und es sei nicht Intention des Senders gewesen, mich als süchtig darzustellen, dies sei auch nicht der Eindruck gewesen, den man von mir gehabt habe. Mit dem zuammengeschobenen Satz von mir „Es ist atmosphärisch sehr gut (…) und es macht süchtig“ habe man nur komprimiert darzustellen versucht, wie großartig ich das Spiel fände – „es macht süchtig“ sei also positiv gemeint, so wie ich es auch dargestellt haben wollte.

Nach diesem Telefonat sehe ich die Dinge natürlich etwas anders – mir wurde während des Drehs nichts erklärt, da man davon ausging, ich wisse, wie es beim Fernsehen laufe und dass die Abläufe mal chaotisch erscheinen, dies aber nicht so sei. Der Chef vom Dienst legte auch großen Wert darauf zu betonen, dass er nicht wie die RTL Reporter sei, sondern dass er schon immer Magazine gedreht habe und dass der unglückliche Schnitt nicht absichtlich so gewählt wurde, um mich schlecht darstehen zu lassen.

Mein persönlicher Eindruck vom Telefonat: Ich bin mir sicher, dass es den Chef vom Dienst ehrlich betrübt hat, dass mein Eindruck eher negativ war und es lag ihm viel daran, das eine oder andere zu korrigieren. Was den Schnitt bei WoW betrifft, so glaube ich ihm auch dieses, nur fürchte ich, dass das Stichwort „süchtig“ das ist, was beim Zuschauer letztendlich hängen bleiben wird (gerade im Zusammenhang mit einem Spiel, bei dem jeder Laie sofort an zombieartige Typen denkt, die ohne zu blinzeln stunden- und tagelang auf den Monitor starren und nur die Finger der linken Hand sowie die Maus bewegen), auch wenn es nicht so beabsichtigt war. Ich nehme an, das passiert, wenn man sich mit dem Thema nicht so gut auskennt und ich denke, dass ich damit leben kann, denn diejenigen, die es betrifft und die Ahnung von der Materie haben, wissen eh, dass es anders läuft.

Noch ein paar Worte zu meinem Verhalten, das in vielerlei Hinsicht nicht richtig war:

  • Während des Messe habe ich mich nicht beschwert. Hätte ich das getan, wäre mir einiges sicherlich schon vorher erklärt worden und es wäre fair gewesen, den Mitarbeitern dadurch die Möglichkeit zu einer Erklärung zu geben.
  • Meine Art zu schreiben ist bisweilen etwas polemisch – ich meine es aber eigentlich nie so böse, wie es dann vielleicht rüberkommt. Es tut mir Leid, dass Sätze wie „die gelangweilten Assistentinnen“ gefallen sind, zumal ich es ja nicht wirklich beurteilen konnte.
  • Menschlich korrekt wäre es darüber hinaus gewesen, beim Team genau zu erfragen, was das alles zu bedeuten hat, bevor ich den Artikel veröffentlicht habe und nicht einfach etwas zu schreiben, ohne dem Team die Option einzuräumen, sich dazu zu äußen. Es tut mir Leid, dass ich dies versäumt habe. Ich habe nicht antizipiert, dass der Artikel ein Problem darstellen würde. Es war nicht meine Intention, den Sender oder die Angestellten schlecht zu machen, ich wollte lediglich auf unterhaltsame Art und Weise meine persönlichen Eindrücke von den zwei Tagen auf der Messe wieder geben, aber niemanden persönlich angreifen. Ich bitte vielmals um Entschuldigung dafür, dass ich da in dem Beitrag daneben gegriffen habe.